Die Vorsorgen

U1 – sofort nach der Geburt

Wichtiger Bestandteil der ersten Vorsorgeuntersuchung ist der APGAR-Wert. Herzschlag und Atmung werden überprüft, ebenfalls verschiedene Zeichen wie Reflexe, Hautfarbe und Muskelspannung. Es werden mit einigen Tropfen Nabelschnurblut der pH-Wert und andere Werte bestimmt, um den Zustand des Kindes objektiv einschätzen zu können.
Das Baby wird gewogen, die Größe und der Kopfumfang werden festgehalten. Diese Daten werden auch bei allen weiteren Untersuchungen erfaßt. Auch erfolgt bei jeder Vorsorge eine gründliche körperliche Untersuchung.

U2 – 3. bis 10. Lebenstag

Hier lernen wir uns kennen – herzlich willkommen in unserer Praxis.
Es erfolgt eine gründliche Untersuchung mit Überprüfung der Organe und der Motorik. Wenn sie noch nicht in der Geburtsklinik, im Geburtshaus oder von der Hebamme vorgenommen wurde, erfolgt eine Blutabnahme zur Erkennung von Stoffwechselstörungen oder Störungen der Hormonproduktion. Wir werden Sie nach für das Kind wichtigen familiären Erkrankungen (z.B. Nierenauffälligkeiten/-fehlbildungen oder Hüftdysplasien) fragen. Sie erhalten Informationen zum Stillen und der späteren Ernährung Ihres Kindes.
Üblicherweise wird ab dem 10. Lebenstag mit der Rachitis- und Kariesprophylaxe mittels Gabe von Vitamin D und Fluor begonnen. Besonders für frühgeborene Babys ist diese Prophylaxe sehr wichtig.
Wenn eine Überprüfung des Hörvermögens Ihres Kindes über TOAE (Transitorische Otoakustische Emissionen) noch nicht erfolgt ist, werden wir Sie an einen HNO-Arzt überweisen. Da uns das Hörvermögen Ihres Kindes am Herzen liegt, händigen wir Ihnen ein „Hörheft” aus, mit dem Sie jeweils zur nächsten U-Untersuchung das Hörvermögen einschätzen können.

U3 – 4. bis 6. Lebenswoche

Die U3 ist eine der ausführlichsten Vorsorgeuntersuchungen. Neben der Kontrolle der Körperhaltung des Babys, findet ein Ultraschall der Hüften statt, der dazu dient, eventuelle Fehlstellungen zu erkennen. Darüber hinaus stellen wir in einem Ultraschall des Bauches fest, ob Auffälligkeiten z.B. der Nieren und der ableitenden Harnwege vorliegen. Eine Reihe wichtiger Reflexe werden überprüft, wie Reaktionen auf Geräusche und das Verfolgen von Bewegungen mit dem Kopf.
Zudem werden wir Sie über das Impfen informieren, da ab der 9. Lebenswoche mit den ersten Impfungen begonnen werden kann. Die aktuell von der STIKO empfohlenen Impfungen können Sie unserem Impfplan entnehmen.
Wenn eine Überprüfung des Hörvermögens Ihres Kindes über TOAE (Transitorische Otoakustische Emissionen) noch nicht erfolgt ist werden wir Sie an einen HNO-Arzt überweisen. Zur Überprüfung des Hörvermögens Ihres Kindes gehen wir mit Ihnen das „Hörheft” durch.

U4 – 3. bis 4. Lebensmonat

Das Bewegungsverhalten und die motorische Entwicklung wie Greifen nach Spielzeug, werden überprüft. Das Baby soll nun den Kopf eigenständig halten können und Gegenständen mit den Augen folgen. Der Arzt kann durch Ansprechen oder Lächeln erstmals direkten Kontakt zum Kind aufnehmen. Diese Reaktion des Kindes lässt die Gehirnentwicklung, sowie das Hör- und Sehvermögen beurteilen.
Mit der U4 beginnen meistens auch die ersten Impfungen. Wir gehen zusammen das „Hörheft” zur Überprüfung des Hörvermögens Ihres Kindes durch.

U5 – 6. bis 7. Lebensmonat

Auch bei dieser Untersuchung wird auf die altersgemäße Entwicklung geachtet. Das Kind soll bereits erste Laute von sich geben und in der Lage sein, sich vom Rücken auf den Bauch zu drehen. Auch die Koordination der Hände wird beachtet, da diese Aufschluss über das räumliche Sehvermögen des Kindes gibt. Das Baby soll bereits auf Zuruf reagieren und seine Stimme bewusst einsetzen können, um Aufmerksamkeit zu erlangen. Wir gehen zusammen das „Hörheft” zur Überprüfung des Hörvermögens Ihres Kindes durch.

U6 – 10. bis 12. Lebensmonat

Hier liegt der Fokus auf der sprachlichen Entwicklung und der Beweglichkeit. Das Kind soll sitzen, krabbeln und stehen können, evtl. schon erste Schritte an der Hand gehen und einfache, doppelsilbige Laute wie „Mama” oder „Papa” sprechen. Zudem soll es in der Lage sein, einfache Aufforderungen zu verstehen.
Ab einem Alter von 11 Monaten kann mit den Lebendimpfungen wie Mumps, Masern, Windpocken und Röteln begonnen werden. Das „Hörheft” zur Überprüfung des Hörvermögens Ihres Kindes wird durchgesprochen.

U7 – 21. bis 24. Lebensmonat

Wieder ist hier die motorische Entwicklung, Fein- und Grobmotorik, auf dem Prüfstand, sowie die Sinnesorgane und die geistige Entwicklung. Das Kind soll sicher laufen können, bekannte Gegenstände zuordnen und benennen können.
Das Kind soll in diesem Alter mindestens 10 Worte sprechen können, sowie in der Lage sein, zwei Wörter sinnvoll miteinander zu kombinieren. Bekannte Menschen soll es mit dem Vornamen benennen. Das Gehör wird anhand des „Hörhefts” überprüft.

U7a – 33.-36. Lebensmonat (je nach Kasse maximal 31.-38. Lebensmonat)

Hier liegen die Schwerpunkte im Erkennen und der Behandlungseinleitung von allergischen Erkrankungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Übergewicht, Sprachentwicklungsstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien.

U8 – 44. bis 48. Lebensmonat

Bei dieser Untersuchung wird das Seh- und Hörvermögen getestet und auf die körperliche Geschicklichkeit, das Sozial- und Kontaktverhalten, sowie die Sprachentwicklung des Kindes geachtet.
Das Kind soll einige Sekunden freihändig auf einem Bein stehen und kleine Unterhaltungen führen können.
Durch eine eingehende internistische Untersuchung werden Störungen der Schilddrüse und der Nieren ausgeschlossen, zudem können dabei Herzfehler und Harnwegsinfektionen erkannt werden.

U9 – 60. bis 66. Lebensmonat

Diese Untersuchung ist ebenso ausführlich wie die U8. Die geistige und psychische Entwicklung, sowie die Sprachentwicklung geben einen ersten Anhaltspunkt auf die Schulreife des Kindes. Bei besonderen Fragestellungen (z.B. vorzeitige Einschulung) können wir ergänzende Testungen zu möglichen umschriebenen Entwicklungsstörungen durchführen.
Das Kind soll eventuell seinen Vornamen schreiben können, bis 10 zählen und logisch erzählen können, sowie einfache Vorlagen nachmalen und einen aufgeprellten Ball fangen können.

U10 – 7. bis 8. Lebensjahr

Die U10 soll mit der U11 die große Lücke zwischen U9 (mit etwa 5 Jahren) und J1 (mit etwa 12 bis 14 Jahren) schließen. Hier sind die Schwerpunkte das Erkennen und die Behandlungseinleitung von umschriebenen Entwicklungsstörungen (z.B. Lese-Rechtschreib-, Rechenstörungen), Störungen der motorischen Entwicklung und Verhaltensstörungen (z.B. ADHS).

U11 – 9. bis 10. Lebensjahr

Hier liegen die Schwerpunkte im Erkennen und der Behandlungseinleitung von Schulleistungsstörungen, Sozialisations- und Verhaltensstörungen, Zahn-, Mund- und Kieferanomalien, und gesundheitsschädigendem Medienverhalten. Diese Untersuchung soll unter anderem der Bewegungs- und Sportförderung dienen, den problematischen Umgang mit Suchtmitteln erkennen und verhindern helfen, aber auch gesundheitsbewusstes Verhalten unterstützen (ggf. Ernährungs-, Bewegungs-, Stress-, Sucht- und Medienberatung).

J1 – 12. bis 14. Lebensjahr

Im Rahmen dieser Vorsorge werden Größe, Gewicht und der Impfstatus sowie Blut und Harn überprüft. Bei der körperlichen Untersuchung klärt der Arzt die pubertären Entwicklungsstadien sowie den Zustand der Organe, des Skelettsystems und der Sinnesfunktionen ab. Fehlhaltungen aufgrund von Wachstumsschüben sowie chronische Krankheiten können bei der J1 frühzeitig erkannt und entsprechend behandelt werden. Auch auf eventuelle Hautprobleme und Essstörungen wie Magersucht oder Übergewicht wird eingegangen.
Fragen über Sexualität,Verhütung, Drogenmissbrauch und Rauchen sowie Probleme mit der Familie und dem sozialen Umfeld können im Rahmen der J1 besprochen werden.

J2 – 16. bis 18. Lebensjahr

Diese Untersuchung bildet den Abschluß der Vorsorgereihe im Kindes- und Jugendalter. Hier geht es um eine abschließende Überprüfung des Impfpasses, Erkennen und Behandlungseinleitung von Pubertäts- und Sexualitätsstörungen, Haltungsstörungen, Kropfbildung, Diabetes-Vorsorge, Sozialisations- und Verhaltensstörungen. Wir führen eine begleitende Beratung bei der Berufswahl durch, wenn diese gewünscht wird.